Studienbeihilfe Österreich

Die Eltern des Studierenden sind nach österreichischem Recht durch ihre Unterhaltspflicht grundsätzlich dazu angehalten, bis zur Erreichung der Selbsterhaltungsfähigkeit für den finanziellen Bedarf der eigenen Kinder aufzukommen, so auch bis zum Abschluss eines Studiums. Für die Fälle, in denen der Studierende selber oder auch die Eltern aufgrund ihrer jeweiligen Situation in Bezug auf das Einkommen nicht in der Lage sind, die Studienkosten aus eigenen Mitteln zu tragen, soll die Studienförderung subsidiär eingreifen. Die zwei wesentlichen Anspruchsvoraussetzungen ergeben sich aus dieser Überlegung heraus – nämlich einerseits das Vorliegen eines günstigen Studienerfolges und anderseits die soziale Förderungswürdigkeit.

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen?

Der Studierende an der Uni in Wien muss folgende Voraussetzungen erfüllen, um die Studienbeihilfe beziehen zu können:

  • Er soll förderungswürdig sein, wobei der Familienstand, die Größe der Familie sowie das Einkommen Bestimmungsfaktoren der sozialen Förderungswürdigkeit sind. Zudem wird auch die Höhe der Studienbeihilfe mit Hilfe dieser Faktoren errechnet.
  • Der Studierende muss einen günstigen Studienerfolg nachweisen, wobei die Aufnahme als ordentlicher Studierender für die ersten beiden oder nur für das erste Studiensemester nachgewiesen werden muss. Die Studienerfolgsnachweise müssen spätestens bis zum Ende der für das dritte Semester gesetzte Antragsfrist vorgelegt werden. Andernfalls muss die erhaltene Studienbeihilfe zurückgezahlt werden.
  • Der Studierende muss vor Vollendung des 30. Lebensjahres das jeweilige Studium begonnen haben, wobei es Ausnahmeregelungen für behinderte Studierende, Studierenden mit Kindern, Selbst Erhalter und bei Aufnahme eines Masterstudiums gibt.
  • Man darf im In- oder Ausland noch keine gleichwertige Ausbildung absolviert haben. Die Ausnahme dabei gibt es für Master- und Doktoratsstudien sowie Kurzstudien.
  • Man muss die erste Diplomprüfung innerhalb der doppelten vorgesehene Studienzeit absolviert haben.
  • Der Studierenden muss die Wechselbestimmungen einhalten, also darf nicht mehr als zweimal das Studium gewechselt werden.
  • Man darf die insgesamt vorgesehene Studienzeit sowie die Zeit zur Ablegung einer Diplomprüfung nicht überschreiten. Dabei gibt es Ausnahmen im Falle einer Schwangerschaft, Krankheit, Behinderung, Erziehung und Pflege eines Kindes (erste 6 Lebensjahre), Zivil- oder Präsenzdienst sowie einem unabwendbaren oder unvorhergesehen Ereignis, das nicht selbst vom Studierenden verursacht wurde und somit nachweislich den Studienerfolg beeinträchtigt hat.
  • Die Studienbeihilfe kann unter bestimmten Voraussetzungen wie z. B. bei einer überdurchschnittlich aufwendigen Dissertation oder Diplomarbeit, einem Auslandsstudium sowie einer außergewöhnlichen Studienbelastung für ein weiteres Semester genehmigt werden.

Wie wird die Studienbeihilfe berechnet?

Die monatliche Studienbeihilfe bekommt man, wenn man von der jährlichen Höchststudienbeihilfe die Verminderungen abzieht und diese Summe mit 1,12 multipliziert. Danach teilt man diesen Betrag durch zwölf und rundet den Betrag auf ganze EUR ab. Derzeit liegt bei 5 € die niedrigste monatliche Studienbeihilfe.

Wie hoch ist die monatliche Höchststudienbeihilfe inklusive des Erhöhungszuschlags für verschiedene Kategorien der Studierenden?

  • Für Studierende, die am Studienort wohnen, beträgt die monatliche Höchststudienbeihilfe 679 €.
  • Für Studierende, deren Eltern verstorben sind, beträgt die Summe ebenfalls 679 €.
  • Auch für Studierende, die sich zur Gänze wenigstens vier Jahre durch eigene Einkünfte vor der ersten Zuerkennung einer Studienbeihilfe erhalten haben, beträgt die Summe 679 €.
  • Für Studierende an der Uni Wien, die sich in keiner der oben genannten Kategorien befinden, beträgt die höchste Studienbeihilfe 475 €.

Eine erhöhte Studienbeihilfe gibt es für behinderte Studierende, wobei sich der Erhöhungsbetrag nach dem Grad und der Art der Behinderung richtet.

Studierende, die gesetzlich zur Erziehung und Pflege mindestens eines Kindes verpflichtet sind, bekommen um monatlich 67 € pro Kind mehr in Bezug auf die Studienbeihilfe.

Stand: 31.12.2017

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